Die können was, die Iren
Einem deutsch-irischen Doppel-Bachelor im Studienfach Media Production haben wir es zu verdanken, dass wir in diesem Jahr auf der mediale* die Werke der irischen Studenten sehen können. „Cork - Films from Ireland” - Willkommen in Darmstadt.
Dienstag, Halbzeit der mediale* und der filmische Abend begann um 18 Uhr mit Beiträgen aus Cork (Irland). Nimmt man es genau, begann er erst um 18:20 Uhr. Aber das hat die sechs einsamen Zuschauer sicher nicht weiter gestört. Als es dann losging, ging es gut los und es sollte gut bleiben.
Bunt und quietschig
Der erste Showreel - Farbenfroher Start mit Animationen. Animation will gelernt sein und so merkte man es den Filmen an, dass ihre Macher keine Anfänger mehr sind. Multimediastudenten aus dem dritten und vierten Semester erstellten im Advanced Animation Kurs Arbeiten, die sich mit Kommunikation, Alchemy und Genetik befassen. Kühe, die auf grünen Wiesen dem Regenbogen entgegenlaufen, rote und grüne Zahnräder, die schnell ineinander greifen oder Spermien, die den Weg in das Ei suchen. Es ging zackig los, hinterlegt mit toller Musik waren die ersten 15 Minuten erfolgreich gefüllt. Ein guter Auftakt für die Iren.
Unterhaltsame Spielereien
Um Arbeiten aus dem Postproduktions Kurs ging es im zweiten Showreel. Ziel der gestellten Aufgabe an die Studenten des dritten und vierten Semesters war es einen modernen Film durch Umschneidung in ein anderes Genre zu bringen. „Recut another trailer” und aus unserer aller Kindheitserinnerung My Girl wird ein Horrorfilm. Sorgfältig ausgewählte Szenen eines Films, neu miteinander kombiniert, machen in dieser kurzen Vorschau Little Miss Sunshine zum Thriller oder Hostel zur romantischen Komödie. Auffallend auch die Musik. Selbst oft gesehene Szenen aus Dirty Dancing können umgeschnitten, mit der typischen, Panik verbreitenden, nervösen Musik, gruselig und furchteinflößend wirken. Neun Trailer wurden gezeigt, mitunter sehr unterhaltend. Interessante Übungsaufgaben machen die Iren und die Ergebnisse sind durchaus sehenswert.
Die Ersten durften die Letzten sein
Das Finale der irischen Filmstunde ist den Kurzfilmen des ersten Semesters vorbehalten. Im Kurs Advanced Video Production entstanden die unterschiedlichsten Projekte. Zwar noch deutlich unter dem Niveau der ersten beiden Filmblöcke aber mit schon recht ansprechendem Inhalt. So ansprechend, so unterschiedlich. Von der Dokumentation mit der Frage nach abstrakter Kunst bis hin zum Film über das erforschen des Zustandes, eines in Gefangenschaft lebenden Mannes, war in diesen 30 Minuten Kurzfilmkino Abwechslung garantiert. Besonders schön zu sehen war, dass viele der sieben gezeigten Filme in Cork, Cork City und am Campus des Cork Institute of Technology gedreht wurden. Die Namen der Filmemacher können wir uns für die nächste mediale* merken. Hier besteht durchaus Potenzial für die höheren Semester.
Nach einer Stunde war dann alles vorbei. Und so schön der Ausflug in die irische Filmwelt auch war, überwiegt das Trauerspiel der Besucherzahl. Der viel zu hohe Eintrittspreis und die sehr bescheidene Werbung im Vorfeld ließen die Darmstädter als schlechte Gastgeber dastehen. Die irischen Arbeiten hätten mehr Zuschauer verdient. Vor allem, wenn man bedenkt, welch lange Reise sie hinter sich haben.









